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Y-SOLAR SachverständigenbüroSolargutachten & PV-Gutachten
Prüfumfang

Sechs Ebenen, die zusammen ein Bild ergeben

Ein Fehler zeigt sich selten dort, wo man ihn vermutet. Ein Ertragsloch im Sommer kann an einem Modul liegen, an einer Klemme im Generatoranschlusskasten oder an einer Wechselrichter-Einstellung, die seit der Inbetriebnahme nie angefasst wurde.

1. Ertrag und Betriebsdaten

Auswertung der Wechselrichter- und Monitoringdaten über den bisherigen Betrieb, abgeglichen mit einer standortbezogenen Ertragserwartung für Berlin. Erst dieser Abgleich zeigt, ob ein Minderertrag real ist oder ob die Prognose im Angebot zu optimistisch war.

2. Thermografie

Wärmebilder des Modulfelds unter Last. Hotspots, ungleichmäßig warme Zellen, heiß laufende Steckverbinder und Klemmstellen werden lokalisiert und einzeln dokumentiert.

3. IV-Kennlinienmessung

Jeder Strang wird einzeln vermessen. Die Kennlinie verrät, ob ein Modul altersbedingt nachlässt, ob Zellbrüche vorliegen, ob eine Bypass-Diode defekt ist oder ob Teilverschattung die Ursache ist.

4. Isolation und Potentialausgleich

Isolationswiderstand der DC-Leitungen, Durchgangs- und Schutzleiterprüfung, Bewertung von Erdung und Blitzschutzanbindung. Hier finden sich die sicherheitskritischen Punkte, die im Betrieb nie auffallen.

5. Mechanik und Dachanschluss

Unterkonstruktion, Befestigungspunkte, Dachdurchdringungen, Kabelführung und Zugentlastung. Ob eine Leitung über Jahre auf einer Dachpfanne scheuert, entscheidet später über Isolationsfehler und Wassereintritt.

6. Verteilung, Speicher, Wallbox

Zählerschrank, Unterverteilung, Freischaltstellen, Kennzeichnung, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur. Gerade an diesen Schnittstellen entstehen Auslegungsfehler, die niemand im Monitoring sieht.

Fehlerbilder

Was bei solchen Prüfungen zum Vorschein kommt

Aufnahmen aus Begutachtungen und Instandsetzungen. Kein Katalog aus dem Lehrbuch, sondern das, was auf Dächern und in Kellerräumen tatsächlich vorgefunden wurde. Zum Vergrößern anklicken.

Rote DC-Leitung in Nadelstreu und Schmutz, die Isolierung ist aufgescheuert, blanke Litze liegt neben einer Schraube frei
Aufgescheuerte DC-Leitung Die Isolierung ist durch, die blanke Litze liegt frei – direkt neben einer Schraube und in feuchter Nadelstreu. Auf der Gleichstromseite steht diese Leitung tagsüber unter Spannung, unabhängig davon, ob der Wechselrichter läuft.
Rote Solarleitung liegt in Laub und aufkeimenden Pflanzen an der Dachkante
Leitung im Laub, Bewuchs auf dem Dach Die Leitung liegt dauerhaft in nasser Streu, in der bereits Pflanzen keimen. Feuchtigkeit und Bewuchs greifen den Mantel an, und die Ablagerung selbst hält Wasser am Dachrand.
Frei hängende Steckverbindung oberhalb einer Reihe von Kabelverschraubungen, mit blauem Kreis markiert
Steckverbindung ohne Halt Die markierte Verbindung hängt frei am Kabel statt gesichert in einem Gehäuse. Jede Bewegung geht auf die Kontaktstelle – und Kontaktstellen sind die häufigste Quelle für Überhitzung an PV-Anlagen.
Mehrere Leitungen laufen ungesichert über eine Betonkante und liegen im Schmutz
Leitungen ohne Zugentlastung Die Leitungen hängen am eigenen Gewicht und laufen ungeschützt über eine Betonkante. Was am Anschlusspunkt zieht, löst über Jahre die Klemmung – und die Kante scheuert.
Dachhaken auf der Lattung montiert, der darüberliegende Ziegel fehlt, Ziegel darunter ohne Ausklinkung
Dachhaken ohne angepassten Ziegel Der Haken liegt auf dem Ziegel darunter auf, statt frei durchzugehen. Der Ziegel wird dadurch dauerhaft angehoben und auf Biegung belastet – das ist der Riss, der erst nach dem nächsten Frost auffällt.
Grün-gelbe Erdungsleitung liegt lose über der Dachpfanne, Pfeilmarkierung am Modulrahmen
Erdungsleitung lose über der Pfanne Die Leitung liegt ohne Befestigung auf der Deckung und bewegt sich bei Wind. Beim Potentialausgleich zählt nicht, dass eine Leitung da ist, sondern dass die Verbindung dauerhaft hält.
Wechselrichter an der Fassade, darunter hängen zahlreiche DC-Steckverbinder ungeordnet und ungesichert
Anschlussbereich ohne Ordnung Unter dem Wechselrichter hängen die Steckverbinder frei im Bündel. Neben der mechanischen Belastung ist hier nicht mehr nachvollziehbar, welcher Strang wohin gehört – das fällt spätestens bei der Fehlersuche auf.
Leitungsbündel im ungenutzten Dachraum zwischen Sparren, teils frei hängend
Leitungsführung im Dachraum Zwischen Sparren geführte Leitungen ohne durchgängige Befestigung. Im Dachraum fällt so etwas jahrelang niemandem auf – genau deshalb gehört er in die Prüfung und nicht nur die Dachfläche.
Ein Foto allein ist noch kein Mangel. Jeder dieser Befunde wird im Gutachten mit einem Sollzustand belegt – aus dem Angebot, aus einer Herstellervorgabe oder aus einer Norm – und nach Sicherheitsrelevanz eingeordnet. Erst diese Zuordnung macht aus einer Beobachtung etwas, das gegenüber Errichter oder Versicherung Bestand hat.
Ablauf

So läuft eine Zustandsprüfung

  1. Vorgespräch und Angebot

    Sie beschreiben Anlage und Symptom. Wir legen den Prüfumfang fest und Sie erhalten ein Festpreisangebot – mit Anfahrt, Messumfang und Berichtstiefe. Keine Position, die später dazukommt.

  2. Unterlagen vorab

    Angebot, Anlagen- und Strangplan, Inbetriebnahmeprotokoll, Datenblatt der Module, Ertragsdaten aus dem Portal. Alles, was da ist, hilft. Fehlt etwas, halten wir das im Bericht fest – auch das ist ein Befund.

  3. Termin vor Ort

    Sichtprüfung von Dach bis Zählerschrank, danach die Messreihe. Thermografie nur bei ausreichender Einstrahlung, deshalb sind diese Termine wetterabhängig. Alles wird während der Prüfung fotografiert.

  4. Erste Einschätzung am selben Tag

    Bevor wir wieder fahren, sagen wir Ihnen, was auffällig war und ob etwas Sofortmaßnahmen erfordert. Sicherheitsrelevante Punkte warten nicht auf den schriftlichen Bericht.

  5. Auswertung und Bericht

    Messdaten werden aufbereitet, Befunde bewertet, Maßnahmen priorisiert. Das Gutachten erhalten Sie in der Regel innerhalb von zehn Arbeitstagen als PDF, auf Wunsch zusätzlich gedruckt und unterschrieben.

  6. Besprechung

    Auf Wunsch gehen wir den Bericht gemeinsam durch. Bei Auseinandersetzungen mit Errichter oder Versicherung klären wir dabei auch, welche Formulierung Sie für Ihr Anschreiben brauchen.

Standort Berlin

Warum die Ertragsprognose in Berlin oft nicht hält

Berlin liegt bei etwa 1.000 bis 1.080 Kilowattstunden Globalstrahlung je Quadratmeter und Jahr – spürbar weniger als Süddeutschland. Wer eine Anlage mit einer Prognose gekauft hat, die auf bundesdeutschen Mittelwerten oder gar auf Werten aus Bayern beruht, hat schon am Tag der Inbetriebnahme ein Ertragsloch, ganz ohne technischen Fehler.

Dazu kommen die typischen Berliner Randbedingungen: enge Bebauung mit Verschattung durch Nachbargebäude, Bestandsdächer mit ungünstiger Ausrichtung und Ost-West-Belegungen, bei denen die Auslegung des Wechselrichters über Erfolg oder Enttäuschung entscheidet.

Deshalb steht am Anfang jeder Ertragsbewertung ein sauberer Soll-Ist-Vergleich mit standortbezogenen Daten. Erst wenn feststeht, dass der Ertrag auch nach dieser Korrektur zu niedrig ist, wird die Anlage nach technischen Ursachen durchsucht.

Häufigste Ursachen für Minderertrag

  • Zu optimistische Prognose im ursprünglichen Angebot
  • Verschattung, die bei der Planung nicht berücksichtigt wurde
  • Strangaufteilung passt nicht zur Verschattungssituation
  • Wechselrichter-Einstellung seit Inbetriebnahme unverändert
  • Verschmutzung, Moos und Laub an der Modulunterkante
  • Einzelne Module mit Zellbruch oder defekter Bypass-Diode
  • Übergänge und Klemmstellen mit erhöhtem Widerstand
  • PID-Effekt bei älteren Modulen ohne PID-Schutz
Fragen zum Zustandsgutachten

Bevor Sie anrufen

Wie lange dauert die Prüfung vor Ort?

Bei einer Aufdachanlage am Einfamilienhaus zwischen zwei und vier Stunden. Bei Gewerbedächern mit mehreren Wechselrichtern und vielen Strängen kann daraus ein ganzer Tag werden, weil jeder Strang einzeln gemessen wird.

Muss ich beim Termin anwesend sein?

Zu Beginn ist es hilfreich, weil Sie die Vorgeschichte kennen und den Zugang zu Dach, Zählerschrank und Wechselrichter öffnen. Danach können Sie Ihren Tag weiterführen. Am Ende gehen wir die erste Einschätzung gemeinsam durch.

Brauche ich für die Thermografie einen sonnigen Tag?

Für aussagekräftige Thermografie an Modulen brauchen wir eine Mindesteinstrahlung, in der Regel ab etwa 600 W/m². Deshalb legen wir solche Termine wetterabhängig und meist zwischen spätem Vormittag und Nachmittag.

Messungen an Verteilung, Wechselrichter und Verkabelung sind davon unabhängig. Wenn das Wetter am Termintag nicht mitspielt, holen wir den Modulteil nach, ohne dass dafür ein zweiter Auftrag nötig wird.

Muss die Anlage für die Messung abgeschaltet werden?

Teilweise ja. Isolations- und Kennlinienmessungen erfordern, dass einzelne Stränge freigeschaltet werden. Das betrifft immer nur den gerade gemessenen Teil und dauert je Strang wenige Minuten. Die Anlage läuft danach unverändert weiter.

Bekomme ich auch eine Aussage zur Restlebensdauer?

Zu einer belastbaren Restlebensdauer gehört mehr als eine Momentaufnahme. Was wir liefern: den heutigen Leistungsstand je Strang im Vergleich zu den Herstellerangaben, die erkennbare Degradation, den Zustand der Komponenten mit begrenzter Lebensdauer – Wechselrichter, Speicher, Steckverbinder – und daraus eine begründete Einschätzung, womit in den nächsten Jahren zu rechnen ist.

Sagen Sie uns, was Ihre Anlage tut – und was sie tun sollte

Zehn Minuten am Telefon reichen meist, um einzuordnen, ob und in welcher Tiefe ein Gutachten weiterhilft.