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Y-SOLAR SachverständigenbüroSolargutachten & PV-Gutachten
Der Bezirk

Vier Spandaus, vier Anlagenwelten

Spandau ist größer und uneinheitlicher, als es von der Altstadt aus wirkt. Für die Begutachtung zerfällt der Bezirk in vier Bereiche, die technisch kaum etwas gemeinsam haben.

Die Havellagen im Süden. Kladow und Gatow sind Einzelhausgebiete mit großen Grundstücken, teils direkt am Wasser, teils am Waldrand. Freie Anströmung, wenig Nachbarbebauung, viele Walm- und Zeltdächer. Hier ist die Windlast das erste Thema, nicht das letzte.

Die Siedlungsgebiete. Staaken, Wilhelmstadt, Falkenhagener Feld und Hakenfelde bringen Reihen-, Doppel- und Siedlungshäuser aus mehreren Jahrzehnten mit. Der klassische Fall: eine Anlage aus den letzten Jahren auf einem Dachstuhl, der 60 Jahre älter ist.

Die Werkssiedlung. Die Großsiedlung Siemensstadt gehört zu den Siedlungen der Berliner Moderne und steht als UNESCO-Welterbe unter besonderem Schutz. Was dort auf ein Dach darf, entscheidet nicht der Betrieb, der die Anlage verkauft.

Das Gewerbe. Haselhorst, Siemensstadt und die Gebiete an der Havel bringen Hallen, Werkstätten und Lager mit großen, oft leichten Dachkonstruktionen. Andere Statik, andere Prüfpflichten, andere Versicherung.

Windlast

Warum eine Anlage in Kladow anders befestigt sein muss als eine in Wilhelmstadt

Dieselbe Anlage, dasselbe Montagesystem, dasselbe Dach – und trotzdem einmal richtig und einmal zu schwach. Der Unterschied liegt darin, was rundherum steht.

Arbeit an Dachdurchdringung und Befestigung einer Photovoltaikanlage

Wind wird von Bebauung, Bäumen und Gelände gebremst. Steht ein Haus mitten in einer geschlossenen Siedlung, kommt oben deutlich weniger an als bei einem Haus mit freier Anströmung über Wasser oder über eine offene Fläche. Genau das ist der Unterschied zwischen Wilhelmstadt und Kladow.

Dazu kommt die Verteilung auf dem Dach selbst. Der Sog ist nicht überall gleich: An Traufe, Ortgang und First wirkt ein Vielfaches dessen, was in der Dachmitte ankommt. Wer dort dieselben Befestigungsabstände setzt wie in der Mitte, hat rechnerisch zu wenig – und merkt das erst bei einem Sturmtief.

Was wir in den freien Lagen deshalb aufnehmen:

  • Zahl und Lage der Befestigungspunkte, getrennt nach Rand- und Innenbereich
  • Ob die verwendeten Dachhaken zur Deckung passen – Biberschwanz, Frankfurter Pfanne und Betondachstein brauchen unterschiedliche Systeme
  • Zustand der Ziegel unter und neben den Haken: gebrochene Pfannen sind das häufigste stille Ergebnis einer zu schnellen Montage
  • Randabstände des Modulfelds zu Traufe, Ortgang und First
  • Ob eine Auslegung für Wind- und Schneelast überhaupt vorliegt – und ob sie zum Standort passt oder eine Vorlage ist
  • Anzeichen für Bewegung: gewanderte Schienen, gespannte Leitungen, Scheuerstellen
Wo unsere Zuständigkeit endet. Die statische Berechnung ist Sache eines Tragwerksplaners. Wir stellen fest, wie befestigt wurde, ob das zur Konstruktion und zur Lage passt und ob vor der Montage überhaupt jemand gerechnet hat. Fehlt der Nachweis, steht das so im Bericht.
Gewerbe

PV-Gutachten auf Hallen- und Gewerbedächern in Spandau

Auf einem Betriebsgebäude gelten andere Regeln als am Wohnhaus. Zwei Punkte kommen hinzu, die im Einfamilienhaus nie auftauchen.

Leichte Dachkonstruktionen

Trapezblech mit Auflast, Sandwichelemente, weit gespannte Binder: Hallendächer sind auf Eigenlast, Schnee und Wind ausgelegt – nicht auf eine zusätzliche Anlage, die punktuell einleitet.

Wir nehmen auf, wie die Lasten eingeleitet werden, ob in die Binder oder nur in die Blechsicke befestigt wurde, und ob eine Freigabe des Tragwerks vorliegt.

Wiederkehrende Prüfung

Im gewerblichen Umfeld unterliegen ortsfeste elektrische Anlagen einer wiederkehrenden Prüfpflicht. Eine PV-Anlage auf dem Betriebsdach gehört dazu.

Häufigster Befund: Es gibt Protokolle für die Bestandsinstallation, aber keine für die Anlage – weil niemand sich zuständig fühlte. Im Schadensfall ist das gegenüber dem Versicherer ein Problem.

Häufige Fragen

Was Spandauer Betreiber wissen wollen

Was kostet ein Solargutachten in Spandau?

Den Preis bestimmen vier Dinge: die Zahl der Stränge, die einzeln vermessen werden, die Erreichbarkeit des Dachs, die gewünschte Prüftiefe und die Berichtsform.

Ein Kurzbericht zu einer Aufdachanlage in Staaken liegt deutlich unter einem vollständigen Schadensgutachten mit beweissicherer Dokumentation an einer Halle in Haselhorst. Sie erhalten vor dem Termin ein Festpreisangebot, in dem Anfahrt, Messumfang und Berichtstiefe benannt sind.

Spielt die Nähe zur Havel für meine Anlage eine Rolle?

Ja, vor allem für die Befestigung. Freie Lagen am Wasser und am Waldrand haben eine deutlich geringere Umgebungsrauigkeit als geschlossene Bebauung – der Wind wird nicht gebremst.

Für die Anlage bedeutet das höhere Sog- und Drucklasten, besonders an Traufe, Ortgang und First. Ob die Befestigung dazu passt, ist in Kladow und Gatow eine der ersten Fragen, die wir prüfen.

Wir wohnen in der Siemensstadt. Gibt es dort Besonderheiten?

Die Großsiedlung Siemensstadt gehört zu den Siedlungen der Berliner Moderne und steht als UNESCO-Welterbe unter besonderem Schutz. Ob und in welcher Form dort eine Anlage zulässig ist, entscheidet die Denkmalbehörde – nicht der Betrieb, der die Anlage anbietet.

Wir bewerten die Anlage technisch und formulieren Maßnahmen so, dass sie mit der Behörde besprechbar bleiben, statt eine Lösung vorzuschlagen, die dort nie genehmigt würde.

Begutachten Sie auch Hallendächer im Gewerbegebiet?

Ja. Bei Hallen kommen zwei Punkte dazu, die am Einfamilienhaus keine Rolle spielen: die Tragreserve leichter Dachkonstruktionen wie Trapezblech mit Wärmedämmung, und die wiederkehrende Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen im gewerblichen Umfeld.

Beides nehmen wir in den Prüfumfang auf. Gerade der zweite Punkt wird oft übersehen, weil sich niemand zuständig fühlt – im Schadensfall ist das gegenüber dem Versicherer ein Problem.

Wie lange dauert die Anfahrt nach Kladow?

Kladow und Gatow sind vom Büro in Reinickendorf aus die weiteste Ecke Spandaus. Wir legen Termine dort deshalb gern auf einen Vormittag und planen großzügiger.

Die Anfahrt wird im Angebot ausgewiesen, damit sie keine Überraschung wird.

Nach dem letzten Sturm sitzt eine Modulreihe schief. Was tun?

Nicht selbst aufs Dach. Eine verschobene Reihe heißt, dass Befestigungen nachgegeben haben – die restlichen tragen dann mehr, als vorgesehen war. Fotografieren Sie den Zustand vom Boden aus, melden Sie den Schaden Ihrem Versicherer und lassen Sie den Bereich absperren.

Beim Ortstermin geht es dann um zwei Fragen: Was hat der Sturm angerichtet – und was war schon vorher zu schwach befestigt. Diese Abgrenzung entscheidet, welcher Teil zur Versicherung geht und welcher zum Mängelanspruch gegen den Errichter.

Anlage in Spandau? Beschreiben Sie uns die Lage.

Freie Havellage oder geschlossene Siedlung – das entscheidet, worauf wir zuerst schauen.